# Symmetrische und hermitesche Matrizen

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Lernen Sie symmetrische und hermitesche Matrizen, einschließlich reeller Eigenwerte, orthogonale Eigenvektoren, quadratische Formen und Diagonalisierung.

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## Definitionen und Bedeutung der Einträge

Eine reelle quadratische Matrix $$A\in\mathbb{R}^{n\times n}$$ heißt **symmetrisch**, wenn

Visible text: Eine reelle quadratische Matrix heißt **symmetrisch**, wenn

```math
A^T=A
```

oder eintragsweise $$a_{ji}=a_{ij}$$ gilt. Zum Beispiel ist

Visible text: oder eintragsweise gilt. Zum Beispiel ist

```math
A=\begin{pmatrix}1&2&3\\2&4&5\\3&5&6\end{pmatrix}
```

symmetrisch, weil die Einträge auf beiden Seiten der Hauptdiagonalen übereinstimmen.

Eine komplexe quadratische Matrix $$H\in\mathbb{C}^{n\times n}$$ heißt **hermitesch**, wenn

Visible text: Eine komplexe quadratische Matrix heißt **hermitesch**, wenn

```math
H^H=H
```

also $$h_{ji}=\overline{h_{ij}}$$ gilt. Ein Beispiel mit tatsächlich komplexen Einträgen ist

Visible text: also gilt. Ein Beispiel mit tatsächlich komplexen Einträgen ist

```math
H=\begin{pmatrix}2&1+i\\1-i&3\end{pmatrix}
```

> Jede reelle symmetrische Matrix ist über $$\mathbb{C}$$ betrachtet hermitesch. Die Umkehrung gilt nicht, denn eine hermitesche Matrix darf außerhalb der Diagonalen komplexe Einträge besitzen.

Visible text: > Jede reelle symmetrische Matrix ist über betrachtet hermitesch. Die Umkehrung gilt nicht, denn eine hermitesche Matrix darf außerhalb der Diagonalen komplexe Einträge besitzen.

Auf der Diagonalen liefert die hermitesche Bedingung $$h_{ii}=\overline{h_{ii}}$$. Daher ist jeder Diagonaleintrag reell.

Visible text: Auf der Diagonalen liefert die hermitesche Bedingung . Daher ist jeder Diagonaleintrag reell.

## Reelle und komplexe Skalarprodukte

Transponieren und konjugiertes Transponieren dürfen nicht verwechselt werden. Für $$x\in\mathbb{R}^n$$ gilt

Visible text: Transponieren und konjugiertes Transponieren dürfen nicht verwechselt werden. Für gilt

```math
x^Tx=\sum_{k=1}^n x_k^2\geq0
```

und für $$x\in\mathbb{C}^n$$ gilt

Visible text: und für gilt

```math
x^Hx=\sum_{k=1}^n\overline{x_k}x_k=\sum_{k=1}^n|x_k|^2\geq0
```

Im jeweiligen Körper ist der passende Ausdruck genau dann null, wenn $$x=0$$ ist. Für einen komplexen Vektor muss $$x^Tx$$ nicht einmal reell sein. Deshalb verwendet die komplexe Geometrie $$x^Hx$$.

Visible text: Im jeweiligen Körper ist der passende Ausdruck genau dann null, wenn ist. Für einen komplexen Vektor muss nicht einmal reell sein. Deshalb verwendet die komplexe Geometrie .

## Quadratische und hermitesche Formen

Eine reelle symmetrische Matrix definiert die quadratische Form

Component: MathContainer
Children:

```math
q:\mathbb{R}^n\to\mathbb{R}
```

```math
q(x)=x^TAx
```

Eine hermitesche Matrix definiert die reellwertige hermitesche Form

Component: MathContainer
Children:

```math
q:\mathbb{C}^n\to\mathbb{R}
```

```math
q(x)=x^HHx
```

Um zu beweisen, dass ihr Wert reell ist, konjugieren wir den Skalar:

Component: MathContainer
Children:

```math
\overline{x^HHx}=(x^HHx)^H
```

```math
=x^HH^Hx=x^HHx
```

Ein Skalar ist genau dann gleich seinem komplex Konjugierten, wenn er reell ist. Im reellen Fall trägt der schiefsymmetrische Anteil einer beliebigen Matrix nichts zur quadratischen Form bei:

```math
x^TBx=x^T\left(\frac{B+B^T}{2}\right)x
```

denn $$x^T(B-B^T)x=0$$. Quadratische Formen hängen somit nur vom symmetrischen Anteil ab.

Visible text: denn . Quadratische Formen hängen somit nur vom symmetrischen Anteil ab.

## Warum hermitesche Eigenwerte reell sind

Sei $$Hv=\lambda v$$ mit $$v\neq0$$. Aus der hermiteschen Symmetrie folgt

Visible text: Sei mit . Aus der hermiteschen Symmetrie folgt

Component: MathContainer
Children:

```math
\lambda v^Hv=v^HHv
```

```math
=v^HH^Hv=(Hv)^Hv=\overline{\lambda}v^Hv
```

Da $$v^Hv>0$$ gilt, folgt $$\lambda=\overline{\lambda}$$ und damit $$\lambda\in\mathbb{R}$$. Für reelle symmetrische Matrizen gilt dieselbe Folgerung.

Visible text: Da gilt, folgt und damit . Für reelle symmetrische Matrizen gilt dieselbe Folgerung.

## Warum verschiedene Eigenräume orthogonal sind

Seien $$Hv=\lambda v$$ und $$Hw=\mu w$$ mit $$\lambda\neq\mu$$. Da beide Eigenwerte reell sind,

Visible text: Seien und mit . Da beide Eigenwerte reell sind,

Component: MathContainer
Children:

```math
\lambda w^Hv=w^HHv
```

```math
=w^HH^Hv=(Hw)^Hv=\mu w^Hv
```

Daher gilt $$(\lambda-\mu)w^Hv=0$$ und somit $$w^Hv=0$$. Bei einem mehrfachen Eigenwert müssen beliebige Eigenvektoren innerhalb desselben Eigenraums nicht orthogonal sein. Mit Gram-Schmidt lässt sich dort jedoch eine Orthonormalbasis wählen.

Visible text: Daher gilt und somit . Bei einem mehrfachen Eigenwert müssen beliebige Eigenvektoren innerhalb desselben Eigenraums nicht orthogonal sein. Mit Gram-Schmidt lässt sich dort jedoch eine Orthonormalbasis wählen.

## Spektralzerlegung und Geometrie quadratischer Formen

Der Spektralsatz fasst diese Tatsachen zu einer vollständigen Zerlegung zusammen:

Component: MathContainer
Children:

```math
A=A^T\in\mathbb{R}^{n\times n}:\qquad A=Q\Lambda Q^T
```

```math
H=H^H\in\mathbb{C}^{n\times n}:\qquad H=U\Lambda U^H
```

Die Spalten von $$Q$$ oder $$U$$ bilden eine orthonormale Eigenbasis, und jeder Diagonaleintrag von $$\Lambda$$ ist reell. Sind $$u_1,\ldots,u_n$$ die Spalten von $$U$$, dann gilt

Visible text: Die Spalten von oder bilden eine orthonormale Eigenbasis, und jeder Diagonaleintrag von ist reell. Sind die Spalten von , dann gilt

```math
x^HHx=\sum_{j=1}^n\lambda_j|u_j^Hx|^2
```

Diese Formel zeigt unmittelbar, dass $$H$$ genau dann positiv definit ist, wenn alle Eigenwerte positiv sind.

Visible text: Diese Formel zeigt unmittelbar, dass genau dann positiv definit ist, wenn alle Eigenwerte positiv sind.

## Vollständig gerechnete hermitesche Diagonalisierung

Für die zuvor betrachtete Matrix

```math
H=\begin{pmatrix}2&1+i\\1-i&3\end{pmatrix}
```

lautet das charakteristische Polynom

```math
\det(H-\lambda I)=(2-\lambda)(3-\lambda)-2=(\lambda-1)(\lambda-4)
```

Normierte Eigenvektoren zu $$\lambda_1=1$$ und $$\lambda_2=4$$ sind

Visible text: Normierte Eigenvektoren zu und sind

Component: MathContainer
Children:

```math
u_1=\frac1{\sqrt3}\begin{pmatrix}-(1+i)\\1\end{pmatrix}
```

```math
u_2=\frac1{\sqrt6}\begin{pmatrix}1+i\\2\end{pmatrix}
```

Sie erfüllen $$u_1^Hu_2=0$$. Mit $$U=(u_1\quad u_2)$$ gilt

Visible text: Sie erfüllen . Mit gilt

```math
U^HHU=\operatorname{diag}(1,4)
```

und der abstrakte Satz liefert eine unmittelbar überprüfbare unitäre Diagonalisierung.