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Ein lineares Modell verbindet eine bekannte Eingabe mit einer beobachteten Antwort über unbekannte Parameter :
Entscheidend ist die Formulierung linear in den Parametern. Bei festem ist die Abbildung von nach linear. Die Abhängigkeit von darf Potenzen, Logarithmen, Sinusfunktionen oder andere nichtlineare Basisfunktionen enthalten.
Diese Unterscheidung verhindert ein häufiges Missverständnis: Ein lineares Modell muss als Funktion seiner Eingabe keine Gerade zeichnen. Es muss die unbekannten Parameter linear kombinieren.
Wir erfassen Eingabe-Antwort-Paare und modellieren jede Beobachtung als
wobei Messrauschen und Modellabweichungen enthält. Durch Stapeln aller Antworten und Modellblöcke erhält man
Die Matrix heißt Designmatrix. Lassen sich die Beobachtungen nicht durch einen einzigen Parametervektor exakt erfüllen, schätzt man mit kleinsten Quadraten oder einem anderen Residualmodell. Ob die Parameter identifizierbar sind, hängt außerdem vom Rang und von der Kondition von ab.
Seien bekannte Basisfunktionen. Ein Modell mit skalarer Antwort lässt sich schreiben als
Verschiedene Basisfunktionen erzeugen verschiedene Formen, ohne die Linearität in aufzugeben.
| Modell | Basisdarstellung |
|---|---|
| Affine Gerade | |
| Polynom vom Grad | |
| Fourier-Basis | |
| Wechselwirkung zweier Eingaben |
Terme wie , und dürfen in den Eingaben nichtlinear sein. Nach der Beobachtung der Eingaben sind sie bekannte Koeffizienten. Das Modell bleibt daher in seinen unbekannten Parametern linear.
Liefert jede Eingabe mehrere Antworten, ordnet man ihre Parametervektoren in einer Matrix an. Für eine Zeile von Basiswerten gilt
Jede Spalte von beschreibt eine Antwort. Auch dies ist ein lineares Modell, weil jede Ausgabe eine lineare Kombination derselben bekannten Basiswerte ist.
Für ein ideales Gas gilt
und damit bei bekannter Temperatur und bekanntem Volumen
Der Druck hängt linear von der unbekannten Stoffmenge ab, die in Mol gemessen wird. Die Größe ist nicht selbst die Anzahl der Moleküle. Die Anzahl der angegebenen Teilchen ist .
Wiederholte Druckmessungen bei mehreren bekannten Werten liefern für jede Beobachtung eine Designmatrixzeile .
Ein tatsächlich nichtlineares Parametermodell hat die Form
wobei Parameter in Exponentialfunktionen, Potenzen oder Produkten miteinander auftreten können. In der Nähe eines aktuellen Parameterwerts liefert eine Taylor-Näherung erster Ordnung
Die Jacobi-Matrix ist nach der Wahl von bekannt. Dadurch tritt die Korrektur linear auf. Diese Näherung ist lokal und keine exakte Umwandlung des nichtlinearen Modells. Iterative Verfahren wie Gauss-Newton aktualisieren den Linearisierungspunkt wiederholt.
Vor der Interpretation angepasster Parameter sollte man prüfen, dass:
Eine flexible Basis kann viele Formen anpassen. Flexibilität allein garantiert jedoch weder Identifizierbarkeit noch numerische Stabilität oder nützliche Vorhersagen.