Eine Kreisgleichung beschreibt jeden Punkt eines Kreises in der Koordinatenebene. Beim Zeichnen mit einem Zirkel legt die Nadel den Mittelpunkt fest, die Öffnung bestimmt den Radius und der Stift zeichnet genau die Punkte nach, welche die Gleichung erfüllen.
Warum ist das nützlich? Denn wenn wir die Kreisgleichung kennen, können wir sofort erkennen, wo sich der befindet und wie groß sein ist, ohne den Kreis zuerst zeichnen zu müssen.
Wir beginnen mit dem einfachsten Fall, einem Kreis mit Mittelpunkt im Ursprung O(0,0).
Wenn wir einen Kreis mit Mittelpunkt bei O(0,0) und Radius r haben, dann hat jeder Punkt (x,y) auf diesem Kreis den gleichen Abstand vom Mittelpunkt, nämlich r.
Mit der Abstandsformel erhalten wir:
x2+y2=r
Wenn wir beide Seiten quadrieren, erhalten wir die Kreisgleichung mit Mittelpunkt im Ursprung:
x2+y2=r2
Die Grafik macht den festen Radius sichtbar.
Kreis mit Mittelpunkt im Ursprung
Kreis mit dem Mittelpunkt O(0,0) und dem Radius 3.
Für den obigen Kreis lautet die Gleichung x2+y2=9, da der Radius 3 beträgt, also r2=32=9.
Manchmal liegen Kreisgleichungen bereits in allgemeiner Form vor. Wenn wir beispielsweise die Gleichung (x−1)2+(y−2)2=9 ausmultiplizieren:
(x−1)2+(y−2)2=9
x2−2x+1+y2−4y+4=9
x2+y2−2x−4y+5=9
x2+y2−2x−4y−4=0
Diese letzte Form wird allgemeine Form der Kreisgleichung genannt:
x2+y2+Dx+Ey+F=0
Eine Gleichung in allgemeiner Form lässt sich durch Quadratvervollständigung wieder in die Standardform umwandeln.
Nicht alle Gleichungen der Form x2+y2+Dx+Ey+F=0 beschreiben einen nicht entarteten reellen Kreis. Dafür muss D2+E2−4F>0 gelten. Ist der Wert null, bleibt nur ein einzelner Punkt. Ist er negativ, erfüllt kein reeller Punkt die Gleichung, sodass sie keinen reellen Kreis beschreibt.
Die Quadratvervollständigung zeigt, woher die Formeln für Mittelpunkt und Radius stammen: