Mehrere Transformationen nacheinander anwenden
Kombinierte Transformationen wenden Veränderungen nacheinander auf dieselbe Funktion an. Jede Operation erhält das vorherige Ergebnis. Eine andere Reihenfolge kann deshalb die Endfunktion verändern.
In der Mathematik lassen sich Verschiebung, Spiegelung, Drehung und Skalierung miteinander verbinden. Dabei muss jeder Zwischenschritt erhalten bleiben, denn die Reihenfolge bestimmt häufig das Endergebnis.
Vertikale und horizontale Kombinationen
Bei Verschiebungen, Achsenspiegelungen und Skalierungen unterscheiden wir Argument und Funktionswert, und jede Gruppe wirkt auf eine andere Achse. Vertikale Operationen verändern die Ausgabe der Funktion, also verschieben sie den Graphen nach oben oder unten oder ändern seine Höhe. Horizontale Operationen verändern das Argument, also verschieben sie den Graphen zur Seite, spiegeln ihn an der -Achse oder ändern seine Breite.
Vertikale kombinierte Transformationen
Vertikale Transformationen verändern die Lage oder Größe entlang der -Achse. Eine häufige Kombination ist eine vertikale Verschiebung, gefolgt von einer vertikalen Skalierung.
Wird zuerst um vertikal verschoben und danach mit dem Faktor vertikal skaliert, lautet die neue Funktion:
Horizontale kombinierte Transformationen
Horizontale Transformationen verändern die Lage oder Größe entlang der -Achse. Ein Beispiel ist die Spiegelung an der -Achse mit anschließender horizontaler Verschiebung.
Wird an der -Achse gespiegelt und danach horizontal um verschoben, gilt:
Verschieben und anschließendes Skalieren
Wir wenden zwei Transformationen nacheinander auf an:
-
Ausgangsfunktion:
-
Schritt 1: Vertikale Verschiebung um nach oben
- Schritt 2: Vertikale Skalierung mit dem Faktor multiplizieren
Beispielrechnung für :
- Ausgangsfunktion:
- Nach der Verschiebung:
- Nach der Skalierung:
Der Graph zeigt jeden Zwischenschritt:
Reihenfolge der Transformationen
Die Reihenfolge der Transformationen kann das Ergebnis verändern. Wir vergleichen deshalb zwei Varianten:
Vergleich der Reihenfolgen:
Reihenfolge A: erst skalieren, dann verschieben
- Ausgangsfunktion:
- Vertikale Skalierung mit Faktor :
- Vertikale Verschiebung um :
Reihenfolge B: erst verschieben, dann skalieren
- Ausgangsfunktion:
- Vertikale Verschiebung um :
- Vertikale Skalierung mit Faktor :
Beispielrechnung für :
Reihenfolge A:
- Ausgangsfunktion:
- Nach der Skalierung:
- Nach der Verschiebung:
Reihenfolge B:
- Ausgangsfunktion:
- Nach der Verschiebung:
- Nach der Skalierung:
Die Ergebnisse sind verschieden: und . Beim zweiten Weg wird die Verschiebung ebenfalls mit dem Faktor zwei multipliziert.
Kombinierte horizontale Transformationen
Auch Spiegelung und horizontale Verschiebung lassen sich kombinieren:
-
Ausgangsfunktion:
-
Schritt 1: Spiegelung an der -Achse Ersetze durch
- Schritt 2: Horizontale Verschiebung um nach rechts
Beispielrechnung für :
- Ausgangsfunktion:
- Nach der Spiegelung:
- Nach der Verschiebung:
Der Graph zeigt wieder beide Zwischenschritte:
Eigenschaften kombinierter Transformationen
Vergleiche die Endformeln beider Reihenfolgen, um ihre Vertauschbarkeit zu prüfen. Auch Sonderfälle können übereinstimmen, etwa der Skalierungsfaktor eins oder eine Verschiebung um null.
| Eigenschaft | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Reihenfolge zählt | Zwei Operationen auf derselben Achse sind nicht immer vertauschbar | Skalieren und dann Verschieben ergibt . Verschieben und dann Skalieren ergibt |
| Verschiedene Achsen sind frei | Eine horizontale und eine vertikale Transformation lassen sich in beliebiger Reihenfolge ausführen | Erst die Höhe ändern und dann seitlich verschieben führt in beiden Reihenfolgen zum selben Graphen |
| Gleiche Art verbindet sich | Verschiebungen in dieselbe Richtung addieren ihre Abstände, Skalierungen auf derselben Achse multiplizieren ihre Faktoren | Erst um nach oben, dann um nach oben verschiebt den Graphen um nach oben |
| Stetigkeit bleibt erhalten | Hat die Ausgangsfunktion keine Lücke und keinen Sprung, hat es die Ergebnisfunktion auch nicht | Eine stetige Funktion bleibt nach kombinierten Verschiebungen, Achsenspiegelungen und Skalierungen mit Faktoren ungleich null stetig |
Verwende Zwischenfunktionen in der verlangten Reihenfolge. Für ergibt eine anschließende Rechtsverschiebung . Die Rechenreihenfolge im Argument ist keine allgemeine Regel für die Reihenfolge der Graphenbewegungen.
Übungen
Die folgenden Aufgaben verbinden zwei oder mehr Transformationen, lies also zuerst die angegebene Reihenfolge. Notiere das Ergebnis jedes Schritts, bevor du die nächste Transformation anwendest. Rechne zuerst ohne die Lösungen und vergleiche danach deine Schritte mit den ausführlichen Rechenwegen.
-
Verschiebe die Funktion um nach oben und skaliere sie danach vertikal mit . Bestimme die neue Funktionsgleichung.
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Spiegle die Funktion an der -Achse und verschiebe sie danach um nach rechts. Gib die neue Funktionsgleichung an.
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Vergleiche für die Funktion die Ergebnisse von Reihenfolge A und Reihenfolge B. Reihenfolge A skaliert zuerst vertikal mit und verschiebt danach um nach oben. Reihenfolge B verschiebt zuerst um nach oben und skaliert danach vertikal mit . Erkläre, warum sich beide Ergebnisse unterscheiden.
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Die Funktion wird in überführt. Nenne alle Transformationen in der richtigen Reihenfolge.
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Bestimme die neue Funktionsgleichung, wenn um nach links verschoben, an der -Achse gespiegelt und danach vertikal mit dem Faktor gestreckt wird.
Lösungen
Aufgabe 1. Schrittweise Transformation von :
Schritt 1: vertikale Verschiebung um
Schritt 2: vertikale Skalierung mit Faktor
Die neue Funktionsgleichung lautet damit .
Aufgabe 2. Schrittweise Transformation von :
Schritt 1: Spiegelung an der -Achse
Schritt 2: horizontale Verschiebung um nach rechts
Die neue Funktionsgleichung lautet damit .
Aufgabe 3. Vergleich zweier Transformationsordnungen:
Reihenfolge A: zuerst skalieren, dann verschieben
Reihenfolge B: zuerst verschieben, dann skalieren
Die Ergebnisse sind verschieden: und .
Aufgabe 4. Analyse der Transformation aus :
Die Transformationen erfolgen nacheinander:
- Verschiebung um nach links:
- Vertikale Skalierung mit Faktor :
- Verschiebung um nach unten:
Das ist eine gültige Reihenfolge. Die horizontale Verschiebung lässt sich mit den beiden vertikalen Operationen vertauschen. Erst nach unten verschieben und dann verdoppeln ergibt jedoch eine andere Funktion. Aus folgt der Definitionsbereich . Der kleinste Funktionswert ist .
Aufgabe 5. Verschiebe den Scheitelpunkt zwei Einheiten nach links. Wechsle danach das Vorzeichen jedes Funktionswerts und verdreifache seinen Betrag. Der neue Scheitelpunkt liegt bei .
Schrittweise Transformation von :
Die neue Funktionsgleichung lautet damit .