Bei zwei gleichgerichteten Vektoren addierst du die Beträge. Bei entgegengesetzten Richtungen nimmst du den Betrag ihrer Differenz. Viele Kräfte und Verschiebungen schließen jedoch einen anderen Winkel ein. Dann lässt sich der Betrag der Resultierenden mit dem bestimmen.
Kosinussatz
Der Kosinussatz eignet sich, wenn die Beträge der beiden Vektoren A und B sowie ihr Zwischenwinkel θ bekannt sind.
R=A2+B2+2ABcosθ
Der Winkel θ ist der Winkel zwischen den beiden Vektoren, wenn ihre Fußpunkte zusammenliegen.
Der Kosinussatz kommt ins Spiel, weil die beiden Vektoren und ihre Resultierende ein Dreieck mit zwei bekannten Seiten bilden. Bei einem kleinen Zwischenwinkel verstärken sich die Vektoren stark. Nähert sich der Winkel 180∘, heben sich ihre Wirkungen zunehmend auf.
Legst du die Vektoren Spitze an Fußpunkt, ist der Innenwinkel des Dreiecks der Ergänzungswinkel des Zwischenwinkels. Deshalb wird aus dem Minuszeichen im Kosinussatz des Dreiecks ein Pluszeichen in der Formel für die Resultierende.
An einem Punkt wirken zwei Kräfte. Die erste hat den Betrag 10 N, die zweite den Betrag 8 N. Der Winkel zwischen ihnen beträgt 60∘. Gesucht ist der Betrag der Resultierenden.
Resultierendendreieck zweier Kräfte
Der violette Pfeil ist die Resultierende. Der orange Pfeil beginnt an der Spitze des türkisfarbenen Pfeils. Der Innenwinkel ergänzt deshalb den Zwischenwinkel der Kräfte.
Setze beide Kraftbeträge und den Zwischenwinkel ein. Die Kraftwerte werden in Newton eingesetzt:
Die Resultierende ist kleiner als 18 N, weil die beiden Kräfte nicht genau gleichgerichtet sind. Sie ist aber größer als jede einzelne Kraft, da beide noch in hinreichend ähnliche Richtungen zeigen.
Bei mehr als zwei Vektoren werden alle Vektoren in Koordinatenkomponenten zerlegt und die x- sowie y-Komponenten jeweils addiert. Der Kosinussatz lässt sich direkt anwenden, wenn genau zwei Vektorbeträge und ihr Zwischenwinkel bekannt sind.