Eine chemische Reaktionsgleichung hält kompakt fest, welche Ausgangsstoffe reagieren, welche Produkte entstehen und in welchem stöchiometrischen Mengenverhältnis sie beteiligt sind. Reaktanten stehen , Produkte . Reaktionszeichen wie der Pfeil verbinden beide Seiten.
links
rechts
Das Grundmuster sieht so aus.
Reaktanten→Produkte
Der Pfeil wird als „ergibt“ gelesen. Ein Pluszeichen trennt mehrere Stoffe auf derselben Seite.
Ausgangspunkt ist ein gewöhnlicher Satz: Methan reagiert mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser. Daraus werden zuerst die Stoffnamen und anschließend die Formeln auf beiden Seiten des Pfeils.
Schritt
Reaktionsform
Reaktionssatz
Methan + Sauerstoff → Kohlendioxid + Wasser
Startformeln
CH4+O2→CO2+H2O
Ausgeglichene Gleichung
CH4+2O2→CO2+2H2O
Die erste Gleichung ist noch nicht ausgeglichen: Links stehen 2 Sauerstoffatome, rechts aber 3. Nach dem Einsetzen der Koeffizienten ist die Anzahl jedes Elements auf beiden Seiten gleich.
Beginne mit Kohlenstoff, der auf jeder Seite bereits ein Atom hat. Links stehen vier Wasserstoffatome. Setze deshalb den Koeffizienten 2 vor H2O, damit rechts ebenfalls 2×2=4 Wasserstoffatome stehen. Rechts befinden sich nun 2+2=4 Sauerstoffatome. Daher braucht O2 den Koeffizienten 2. Prüfe das Ergebnis:
Element
Links
Rechts
C
1
1
H
4
4
O
4
4
Die Koeffizienten bilden das Verhältnis 1:2:1:2. Da alle vier Stoffe in diesem Beispiel molekular sind, lässt sich das Verhältnis unmittelbar als Molekülzahl darstellen: 1 Methanmolekül reagiert mit 2 Sauerstoffmolekülen zu 1 Kohlendioxidmolekül und 2 Wassermolekülen. Im Labor geben dieselben Koeffizienten das Stoffmengenverhältnis in Mol an.
Koeffizienten zeigen das Teilchenverhältnis
In der Ausgangsansicht stehen die Reaktanten links und die Produkte rechts in der ausgeglichenen Gleichung.
Reaktanten: CH4+2O2. Produkte: CO2+2H2O. Die Anzahlen der C-, H- und O-Atome sind auf beiden Seiten gleich.
Das Molekülmodell gilt nicht unverändert für jeden Stoff. Bei einem ionischen Feststoff oder einem Netzwerkfeststoff beschreibt der Koeffizient eine stöchiometrische Menge oder ein Verhältnis von Formeleinheiten. Für makroskopische Reaktionen geben Koeffizienten immer relative Stoffmengen an.
Die Atomzahl ergibt sich aus Koeffizient mal Index. Koeffizienten dürfen verändert werden, weil sie die relativen Stoffmengen angeben.
CH4+2O2→CO2+2H2O
Der Koeffizient 2 vor O2 bedeutet zwei Sauerstoffmoleküle. Der Index in O2 ist Teil der Sauerstoffformel und darf daher nicht in O4 geändert werden.
Ist der Aggregatzustand bekannt, steht sein Symbol direkt hinter der jeweiligen Formel. Bei der hohen Temperatur einer Methanflamme liegt das Wasserprodukt als Dampf vor. Die Gleichung kann daher so geschrieben werden:
CH4(g)+2O2(g)→CO2(g)+2H2O(g)
Zustandssymbole verändern die Atomzahl nicht. Sie zeigen, in welchem Zustand ein Stoff unter den genannten Bedingungen vorliegt. Kühlt das Produktgemisch so weit ab, dass Wasser kondensiert, schreiben wir das Wasser als H2O(l).
Auch zwei klare Lösungen können beim Mischen einen Feststoff bilden. So reagiert Silbernitratlösung mit Natriumchloridlösung, wobei ein Niederschlag aus Silberchlorid entsteht.
AgNO3(aq)+NaCl(aq)→AgCl(s)+NaNO3(aq)
Mit dem Koeffizientenverhältnis 1:1:1:1 ist diese Gleichung bereits ausgeglichen. Das (s) hinter AgCl(s) kennzeichnet dieses Produkt als Feststoff.