Eigenwerte durch wiederholte Basiswechsel bestimmen
Der -Algorithmus berechnet alle Eigenwerte einer quadratischen Matrix durch wiederholte Basiswechsel. Jeder Schritt erzeugt eine ähnliche Matrix, sodass die Eigenwerte gleich bleiben. Ziel der Iteration ist eine Diagonalform oder Schurform. Für die Konvergenz braucht man geeignete Verschiebungs- und Deflationsstrategien. Aus deren Diagonaleinträgen oder kleinen Diagonalblöcken lassen sich die Eigenwerte bestimmen.
Die folgende Variante ist die unverschobene -Iteration. Praktische Eigenwertlöser verwenden zusätzlich Verschiebungen, reduzieren die Matrix auf Hessenbergform und trennen konvergierte Blöcke ab. Diese Schritte verbessern Geschwindigkeit und numerische Zuverlässigkeit.
Eine Iteration mit QR
Reduziere die Matrix für den folgenden Deflationstest zunächst durch unitäre Ähnlichkeit auf obere Hessenbergform. Alle Einträge unterhalb der ersten Nebendiagonalen sind dann null. Beginne mit dieser Matrix. Das folgende 2×2-Beispiel erfüllt die Bedingung bereits.
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Beginne mit .
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Zerlege die aktuelle Matrix in einen unitären oder orthogonalen Faktor und einen oberen Dreiecksfaktor :
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Vertausche die Reihenfolge der Faktoren, um die nächste Iterierte zu erhalten:
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Wiederhole die Zerlegung und die Multiplikation in umgekehrter Reihenfolge. Ein sehr kleines Subdiagonalelement kann auf null gesetzt werden, sobald es gegenüber den benachbarten Diagonalelementen vernachlässigbar ist. Diese Deflation trennt einen konvergierten Eigenwert oder Block ab.
Dabei ist eine Toleranz, die zur numerischen Genauigkeit und zur Skalierung des Problems passt. Kleine Änderungen der Diagonale allein sind kein ausreichendes Abbruchkriterium, denn unterhalb der Diagonale können noch wesentliche Einträge stehen.
Warum die Eigenwerte gleich bleiben
Da unitär ist, gilt . Setzen wir in das umgekehrte Produkt ein, erhalten wir
Damit ist unitär ähnlich zu . Ähnliche Matrizen besitzen dasselbe charakteristische Polynom und somit dieselben Eigenwerte. Jeder -Schritt stellt dieselbe lineare Abbildung in neuen Koordinaten dar.
Die entstehende Form
Die Grenzform hängt von der Matrix und dem verwendeten Zahlkörper ab.
| Matrix | Konvergierte Form | Eigenwerte ablesen |
|---|---|---|
| Reell symmetrisch oder komplex hermitesch | Diagonalmatrix | Die Diagonaleinträge sind die reellen Eigenwerte |
| Allgemein komplex | Obere Dreiecksschurform | Die Diagonaleinträge sind die Eigenwerte |
| Allgemein reell | Reelle obere Quasidreiecksform | Jeder -Block liefert einen reellen Eigenwert. Jeder -Block liefert ein komplex konjugiertes Paar |
Die Eigenwerte können in jeder Reihenfolge erscheinen. Mehrfache Werte und besondere Anordnungen müssen gesondert behandelt werden, weil eine strenge Betragsordnung diese Fälle nicht abdeckt.
Die unverschobene Iteration konvergiert nicht immer zur angegebenen Form. Beispielsweise besitzt die folgende symmetrische Matrix die Faktoren und . Die nächste Iterierte bleibt deshalb unverändert:
Die Eigenwerte sind 1 und −1. Ihre gleichen Beträge zeigen, warum praktische Verfahren geeignete Verschiebungen und Konvergenzprüfungen benötigen.
Durchgerechnetes symmetrisches Beispiel
Betrachten wir die symmetrische Matrix
Eine -Zerlegung mit anschließender Multiplikation in umgekehrter Reihenfolge ergibt
Der Betrag der Nebendiagonaleinträge ist bereits von auf gesunken. Weitere Iterationen treiben beide Einträge gegen null:
Die Grenzdiagonale enthält die Eigenwerte und . Da jede Iterierte zu ähnlich ist, sind dies die Eigenwerte der ursprünglichen Matrix und keine durch eine veränderte Aufgabe erzeugten Näherungen.