Wenn eine einfachere Funktion genügt
Eine Funktion kann aufwendig auszuwerten oder für eine spätere Rechnung zu kompliziert sein. Dann wählen wir eine einfachere Funktionsklasse und bestimmen darin die Funktion, die die ursprüngliche am besten annähert.
Mit bezeichnen wir den reellen Vektorraum der stetigen Funktionen auf . Den Fehler messen wir über das gesamte Intervall.
Es gelte , damit das Intervall positive Länge hat.
Skalarprodukt und Fehler über das gesamte Intervall
Für definieren wir
Dieses Skalarprodukt macht zu einem Skalarproduktraum. Die angezeigte Norm ist die -Norm. Durch Division mit der Wurzel der Intervalllänge erhalten wir den quadratischen Mittelwert:
Die Größe fasst den Fehler über das gesamte Intervall zusammen. Positive und negative Fehler können sich nicht gegenseitig aufheben, weil die Differenz im Integral quadriert wird.
Beste Approximation als orthogonale Projektion
Sei ein endlichdimensionaler Unterraum. Die beste Approximation von in ist die eindeutige Funktion mit
Geometrisch ist die orthogonale Projektion von auf . Das Residuum muss zu jeder Funktion im Approximationsraum orthogonal sein:
Ist eine Basis von und , werden diese Orthogonalitätsbedingungen zu den Normalgleichungen
Eine quadratische Funktion durch eine Gerade approximieren
Wir approximieren auf durch eine Funktion aus . Setze . Die Orthogonalität zu den beiden Basisfunktionen liefert
Die ungeraden Terme integrieren sich auf dem symmetrischen Intervall zu null. Aus der zweiten Gleichung folgt , aus der ersten . Damit gilt
Die beste Gerade ist waagerecht. Das ist keine Vermutung: Die Symmetrie von zwingt den Koeffizienten der ungeraden Basisfunktion auf null.
Polynomiale Approximationsräume
Für algebraische Polynome vom Grad höchstens verwenden wir
Ein größeres erweitert den Approximationsraum. Der kleinstmögliche -Fehler kann deshalb nicht wachsen. In numerischen Rechnungen sind orthogonale Polynombasen häufig günstiger als einfache Potenzen, weil sie besser konditionierte Systeme ergeben.
Trigonometrische Approximationsräume
Für eine Periode besteht der Raum aus allen Funktionen der folgenden Form mit reellen Koeffizienten :
Über eine volle Periode sind diese Sinus- und Kosinusbasisfunktionen paarweise orthogonal. Ihre Koeffizienten lassen sich daher berechnen, indem wir die Zielfunktion auf jede Basisfunktion projizieren. Das ist die endlichdimensionale Grundidee der Fourier-Approximation.
| Wahl von | Geeignet für | Bestimmung der Koeffizienten |
|---|---|---|
| Glattes Verhalten auf einem endlichen Intervall | Das Residuum ist zu den Polynomfunktionen der Basis orthogonal | |
| Periodisches Verhalten | Das Residuum ist zu den Sinus- und Kosinusfunktionen der Basis orthogonal |
Eine beste Approximation ist die orthogonale Projektion, die durch den gewählten Funktionenraum, das Intervall und die Norm festgelegt wird. Optische Ähnlichkeit allein genügt dafür nicht.