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Eine Vektornorm misst die Größe eines Vektors. Die zugehörige induzierte Matrixnorm misst den größten Faktor, um den eine Matrix einen Vektor strecken kann:
Aus dieser Definition folgen unmittelbar zwei wichtige Abschätzungen für Matrizen und Vektoren mit passenden Dimensionen:
Die gewählte Vektornorm bestimmt die induzierte Matrixnorm.
| Vektornorm | Induzierte Matrixnorm |
|---|---|
| , die größte absolute Spaltensumme | |
Für eine quadratische Matrix ist der Spektralradius
Jede induzierte Matrixnorm beschränkt den Spektralradius:
Für die Spektralnorm gilt
Ist reell symmetrisch, so sind ihre Singulärwerte die Beträge ihrer Eigenwerte. Daher gilt
Bei einer allgemeinen nichtnormalen Matrix müssen Spektralradius und Spektralnorm nicht übereinstimmen.
Für eine invertierbare quadratische Matrix und eine induzierte Norm definieren wir
Die Konditionszahl ist mindestens eins. Eine singuläre Matrix hat eine unendliche Konditionszahl. In der euklidischen Norm gilt
Für eine invertierbare symmetrische Matrix wird daraus
Im Nenner steht der kleinste Betrag, nicht der algebraisch kleinste Eigenwert.
| Größe von | Bedeutung |
|---|---|
| Nahe bei | Relative Störungen werden im ungünstigsten Fall nicht stark verstärkt. |
| Groß | Bestimmte Eingaberichtungen können viel größere relative Änderungen der Lösung erzeugen. |
| Unendlich | Die Matrix ist singulär, daher ist das inverse Problem nicht eindeutig lösbar. |
Betrachten wir
Die Singulärwerte sind und . Somit gilt
Für ist die Lösung
Eine kleine Änderung von wird in der zweiten Lösungskomponente mit verstärkt. Die Matrix ist beinahe singulär, weil sie eine Richtung nahezu zusammenfallen lässt.
Es seien und
mit derselben induzierten Norm gegeben. Falls
gilt, wird die relative Lösungsänderung beschränkt durch
Dies ist eine Abschätzung für den ungünstigsten Fall. Sie sagt nicht voraus, dass jede Störung die maximale Verstärkung erreicht.
Die beiden Begriffe beantworten verschiedene Fragen:
Ein stabiles Verfahren kann die bereits vorhandene Empfindlichkeit eines schlecht konditionierten Problems nicht beseitigen. Umgekehrt kann eine instabile Implementierung auch ein gut konditioniertes Problem schlecht lösen. Ein kleines Residuum allein garantiert bei großer Konditionszahl ebenfalls keinen kleinen Vorwärtsfehler .
In numerischen Berechnungen sollte man die reziproke Konditionszahl aus einer zuverlässigen Faktorisierung schätzen. Man bildet nicht eigens explizit, nur um auszuwerten.
| , die größte absolute Zeilensumme |
| , der größte Singulärwert |