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Eine stückweise Funktion ist nützlich, wenn eine Situation nicht durch eine einzige Formel beschrieben werden kann. Ihr Definitionsbereich wird in Intervalle aufgeteilt, für die jeweils eine eigene Regel gilt.
Beispielsweise können die Stromkosten für die erste Nutzungsstufe günstiger und ab einer bestimmten Grenze teurer sein. Eine solche Grenze ist ein Zeichen dafür, dass das Modell in Teilen geschrieben werden sollte.
Eine stückweise Funktion kann in der Form geschrieben werden:
Dabei sind D1,D2,D3,…,Dn Intervalle, die den Definitionsbereich der Funktion in disjunkte Teile zerlegen.
Achten Sie beim Lesen oder Erstellen einer stückweisen Funktion auf drei Dinge:
- Die Formel in jeder Zeile.
- Die Intervallbedingung, die entscheidet, wann diese Formel verwendet wird.
- Der Funktionswert an Verbindungspunkten, insbesondere wenn eine Intervallgrenze <, ≤, > oder ≥ verwendet.
Eine lineare stückweise Funktion verwendet in jedem Intervall eine lineare Funktion. Diese Form tritt häufig auf, wenn die Änderungsrate eine Zeit lang konstant bleibt und sich dann ab einem bestimmten Punkt ändert.
Die obige Funktion kann wie folgt geschrieben werden:
Die drei Reihen sind keine drei separaten Funktionen. Sie arbeiten als eine Funktion zusammen und die gewählte Formel hängt vom Wert von x ab.
Stückweise Funktionen können auch quadratische Teile verwenden. Dies ist hilfreich, wenn ein Teil des Modells einer Kurve folgt, anstatt einer geraden Linie zu folgen.
Eine stückweise Funktion ist stetig, wenn der Graph an einem Verbindungspunkt keinen Sprung macht. Der Wert von links, der Wert von rechts und der Funktionswert an diesem Punkt müssen übereinstimmen.
Bedingung für Kontinuität am Punkt x=c:
Beispiel einer stetigen stückweisen Funktion:
Für Kontinuität bei x=2:
-
limx→2−(x+1)=3
-
limx→2+(5−x)=3
-
f(2)=3
Diskontinuierliche stückweise Funktionen weisen an bestimmten Stellen „Sprünge“ oder „Löcher“ auf.
Beispielsweise treffen die beiden folgenden Regeln bei x=1 aufeinander, nähern sich dort aber unterschiedlichen Ausgabewerten:
Viele reale Situationen können mit stückweisen Funktionen modelliert werden, da sich ihre Regeln nach bestimmten Grenzen ändern. Gängige Beispiele sind progressive Steuern, gestaffelte Parkgebühren und gestaffelte Stromtarife.
Ein Elektrizitätsunternehmen wendet gestaffelte Tarife an:
- 0≤x≤50 kWh: Rp1.000/kWh
- 50<x≤100 kWh: Rp1.500/kWh
- x>100 kWh: Rp2.000/kWh
Das mathematische Modell:
Die Zahl 50.000 in der zweiten Zeile stammt aus dem ersten 50 kWh. Die Zahl 125.000 in der dritten Zeile ergibt sich aus den Kosten bis zum ersten 100 kWh. Dadurch wird verhindert, dass die Kosten bei 0 neu starten, wenn die Nutzung in ein neues Intervall eintritt.
| Verbrauch (kWh) | 30 | 50 | 75 | 100 | 150 |
|---|
| Kosten (Rp) | 30.000 | 50.000 | 87.500 | 125.000 |
Beispiel: Reise mit mehreren Verkehrsmitteln
Jemand unternimmt eine Reise mit:
- Gehen: 5km/h für 0,5Stunden
- Radfahren: 15km/h für 1Stunde
- Autofahrt: 60km/h für 0,5Stunden
Abstandsfunktion über der Zeit:
Die Konstanten 2,5 und 17,5 sorgen dafür, dass die bereits zurückgelegte Strecke beim Wechsel des Verkehrsmittels erhalten bleibt. Jeder neue Abschnitt beginnt daher an der zuletzt erreichten Position und nicht wieder bei 0.
So ermitteln Sie stückweise Funktionsgleichungen aus Graphen oder Situationen:
- Teilen Sie den Definitionsbereich an jeder Grenze auf, an der sich die Regel ändert.
- Bestimmen Sie die Formel für jedes Intervall.
- Überprüfen Sie die Verbindungspunkte, damit die Intervallzeichen und Funktionswerte nicht in Konflikt geraten.
- Schreiben Sie alle Stücke in stückweiser Notation.
- Linie mit Steigung 2 von x=−2 bis x=0
- Horizontale Linie y=4 von x=0 bis x=2
- Linie mit Steigung −1 von x=2 bis x=4
Die Lösung lässt sich wie folgt zusammenfassen:
| Intervall | Informationen aus dem Graphen | Gleichung |
|---|
| [−2,0) | Verläuft durch (−2,0) mit Steigung 2 | y=2(x+2)=2x+4 |
| [0,2) | Horizontale Linie | y=4 |
| [2,4] | Verläuft durch (2,4) mit Steigung −1 | y=−1(x−2)+4=−x+6 |
-
Bestimmen Sie die Werte von f(1), f(3) und f(5) für die Funktion:
-
Ein Online-Taxiunternehmen wendet die folgenden Tarife an:
Der Grundpreis beträgt Rp10.000 für die ersten 2 km. Die Strecke über 2 km bis 10 km kostet Rp4.000/km. Oberhalb von beträgt der zusätzliche Tarif .
-
Bestimmen Sie, ob die folgende Funktion bei x=1 stetig ist:
-
Skizzieren Sie den Graphen der Funktion:
-
Ein Arbeiter wird nach folgendem System bezahlt:
Die ersten 8Stunden werden mit Rp50.000/Stunde bezahlt. Jede weitere Stunde wird mit Rp75.000/Stunde vergütet.
Der Arbeitnehmer darf höchstens 12Stunden/Tag arbeiten. Erstellen Sie eine Funktion für seinen Tageslohn.
-
Funktionswerte berechnen:
Für f(1) verwenden wir f(x)=x2, da 1<2 gilt.
Für f(3) verwenden wir f(x)=2x+1, da 2≤3<4 gilt.
Für f(5) verwenden wir f(x)=9, da 5≥4 gilt.
-
Taxi-Tarifmodell:
Sei x die Entfernung in km, dann gilt:
-
Kontinuität prüfen:
Bei x=1:
-
Skizze des Graphen h(x):
-
Tageslohnfunktion:
Sei t die Arbeitszeit in Stunden. Dann gilt:
Rp3.000/km Erstellen Sie ein stückweises Funktionsmodell für die Gesamtkosten!
Da limx→1−g(x)=limx→1+g(x)=g(1)=2 gilt, ist die Funktion stetig bei x=1.