Eine Funktion und ihre Umkehrfunktion heben einander auf. Die Reihenfolge bestimmt, auf welcher Menge die Identität gilt: ist die Identität auf der Bildmenge von , während die Identität auf dem Definitionsbereich von ist.
f∘f−1
f
f−1∘f
f
Schritt 1. Zusammensetzung von f mit f−1.
(f∘f−1)(x)=f(f−1(x))=x
Dies gilt für alle x im Definitionsbereich von f−1. Dieser entspricht der Bildmenge von f.
Schritt 2. Zusammensetzung von f−1 mit f.
(f−1∘f)(x)=f−1(f(x))=x
Dies gilt für alle x im Definitionsbereich von f.
Beispiel:
Für f(x)=2x+3 lautet die Umkehrfunktion f−1(x)=2x−3. Wir prüfen beide Zusammensetzungen:
f(f−1(x))=f(2x−3)=2(2x−3)+3=(x−3)+3=x
f−1(f(x))=f−1(2x+3)=2(2x+3)−3=22x=x
Beide Zusammensetzungen geben die ursprüngliche Eingabe x zurück.
Sind beide Funktionen umkehrbar und passen ihre Definitions- und Zielmengen zueinander, entsteht die Umkehrfunktion ihrer Zusammensetzung aus den beiden Umkehrfunktionen in umgekehrter Reihenfolge.
Seien f und g zwei Funktionen mit den Umkehrfunktionen f−1 und g−1. Dann gilt für die Zusammensetzung f∘g:
(f∘g)−1(x)=(g−1∘f−1)(x)
Lies die Zusammensetzung von rechts nach links: Zuerst wird f−1 und danach g−1 angewendet.
Beispiel:
Sei f(x)=x+1 mit f−1(x)=x−1 und g(x)=3x mit g−1(x)=3x.
Schritt 1. Finde (f∘g)(x).
(f∘g)(x)=f(g(x))=f(3x)=3x+1
Schritt 2. Finde die Umkehrung von (f∘g)(x).
Sei y=3x+1. Tausche x und y: x=3y+1.
Löse nach y auf: x−1=3y⟹y=3x−1.
Also (f∘g)−1(x)=3x−1.
Schritt 3. Finde (g−1∘f−1)(x).
(g−1∘f−1)(x)=g−1(f−1(x))=g−1(x−1)
g−1(x−1)=3x−1
Da die Ergebnisse aus den Schritten 2 und 3 gleich sind, ist bewiesen, dass (f∘g)−1(x)=(g−1∘f−1)(x).
Die Definitionsmenge von f wird zur Bildmenge von f−1. Umgekehrt wird die Bildmenge von f zur Definitionsmenge von f−1.
Definitionsmenge(f)=Bildmenge(f−1)
Bildmenge(f)=Definitionsmenge(f−1)
Bei der Umkehrung tauschen Definitionsmenge und Bildmenge ihre Rollen. Betrachte diese eingeschränkte quadratische Funktion.
q:[0,∞)→[1,∞),q(x)=x2+1
q−1:[1,∞)→[0,∞),q−1(x)=x−1
Funktion
Definitionsmenge
Bildmenge
q
[0,∞)
[1,∞)
q−1
[1,∞)
[0,∞)
Die Quadratwurzel liefert die ursprüngliche Eingabe, weil die quadratische Funktion nur nichtnegative Eingaben zulässt. Ohne diese Einschränkung ergibt die Quadratwurzel aus dem Quadrat einer negativen Zahl deren Betrag.