Beim Übersetzen wird einem englischen Wort ein indonesisches Wort zugeordnet. Dieser Vorgang lässt sich als Funktion betrachten: Das englische Wort ist die Eingabe, das indonesische Wort die Ausgabe.
Betrachten Sie die folgende Abbildung:
Reale Übersetzungen können mehrdeutig sein. Hier verwenden wir bewusst ein kleines Wörterbuch, in dem jedes ausgewählte Wort genau einer Übersetzung zugeordnet ist.
Übersetzungsmaschine
Die Übersetzungsmaschine wandelt Wörter oder Sätze vom Englischen ins Indonesische um.
Übersetzungsmaschine
Die „Übersetzungsmaschine“ ordnet hier dem englischen Wort „Mathematics“ die indonesische Übersetzung „Matematika“ zu.
Was geschieht, wenn wir die Richtung umkehren und von „Matematika“ zurück zu „Mathematics“ gehen?
Dieser umgekehrte Prozess ist die Grundlage des Konzepts der Umkehrfunktion.
Eine Umkehrfunktion kehrt die Zuordnung der ursprünglichen Funktion um. Ordnet f einem Element x aus der Definitionsmenge A das Element y in der Zielmenge B zu, dann ordnet f−1 (gesprochen „f invers“) dem Wert y aus B wieder den Wert x in A zu.
Mathematisch:
y=f(x)⟺x=f−1(y)
Kurz gesagt: Wenn f aus x den Wert y erzeugt, führt f−1 von y wieder zu x zurück.
Wichtig: Die Notation f−1(x) bedeutet nichtf(x)1 (multiplikativ invers oder reziprok). Es handelt sich um eine spezielle Notation für die Umkehrfunktion.
Damit eine Funktion f:A→B eine beidseitige Umkehrfunktion f−1:B→A besitzt, muss fbijektiv sein. Eine bijektive Funktion ist sowohl injektiv (eins zu eins) als auch surjektiv.
Injektiv (eins zu eins): Verschiedene Eingaben erzeugen verschiedene Ausgaben.
Surjektiv: Jedes Element der Zielmenge wird von mindestens einer Eingabe erreicht.
Die festgelegte Definitionsmenge und Zielmenge sind dabei entscheidend. Ist f injektiv, erreicht aber nicht ganz B, kann man die Zielmenge durch die tatsächliche Bildmenge ersetzen. Schreiben wir diese als Im(f), dann ist f:A→Im(f) bijektiv und besitzt eine Umkehrfunktion f−1:Im(f)→A. Ist f nicht injektiv, ordnet die umgekehrte Relation einer Ausgabe mehrere Eingaben zu. Sie ist dann keine Funktion, sofern man die ursprüngliche Definitionsmenge nicht einschränkt.
Zum Beispiel ist q(x)=x2 auf R nicht injektiv, denn q(2)=q(−2)=4. Durch die Einschränkung von Definitionsmenge und Zielmenge erhält man die bijektive Funktion
Beginne mit y=3x−5, vertausche die Variablen und löse nach y auf:
x=3y−5
x+5=3y
r−1(x)=3x+5
Überprüfe nun beide Richtungen:
r−1(r(x))=3(3x−5)+5=x
r(r−1(x))=3(3x+5)−5=x
Sowohl r als auch r−1 haben die Definitionsmenge R und die Bildmenge R. Die beiden Identitäten bestätigen, dass sich die Funktionen auf ihren vollständigen Definitionsmengen gegenseitig aufheben.