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Bei ungruppierten Daten können wir jeden Wert sortieren und seine genaue Position ablesen. In einer Häufigkeitstabelle kennen wir dagegen nur Intervalle, zum Beispiel 70-79 und , sowie die Anzahl der Werte in jedem Intervall. Die einzelnen Messwerte sind nicht mehr sichtbar.
Wie beim Median gruppierter Daten bestimmen wir Q1, Q2 und Q3 deshalb durch Interpolation. Wir schätzen, an welcher Stelle innerhalb des betreffenden Klassenintervalls das Quartil liegt.
Wir bestimmen die Position des Quartils mit dieser Formel:
- Q1 liegt an der Position 41n.
- Q2 liegt an der Position 42n, also 21n.
- Q3 liegt an der Position 43n.
Dabei bezeichnet n die Gesamtzahl aller Werte.
Als Beispiel betrachten wir die nach Schuhgrößen gruppierten Verkaufszahlen eines Geschäfts.
Zuerst ergänzen wir die kumulierte Häufigkeit Fk. Sie addiert alle Häufigkeiten von der ersten Klasse bis einschließlich der betrachteten Klasse. Daran erkennen wir, in welchem Intervall eine gesuchte Position liegt.
Die vollständige Tabelle sieht so aus:
| Schuhgröße | Häufigkeit (f) | Kumulierte Häufigkeit (Fk) | Untere Grenze (Tb) | Obergrenze (Ta) | Klassenbreite (p) |
|---|
| 37-39 | 2 | 2 | 36,5 | |
Untere Klassengrenze=unterer Klassenwert−0,5 Obere Klassengrenze=oberer Klassenwert+0,5 Klassenbreite=obere Klassengrenze−untere Klassengrenze Nun bestimmen wir zunächst die Position jedes Quartils.
Insgesamt liegen n = 30 Werte vor.
-
Position von Q1: 41×30=7,5.
In der Spalte Fk endet die erste Klasse an Position 2 und die zweite an Position 13. Die Positionen 3 bis 13 gehören zur zweiten Klasse, sodass Position in der Klasse liegt.
-
Position von Q2 (Median): 21×30=15.
-
Position von Q3: 43×30=22,5.
Sobald die Quartilklasse feststeht, schätzen wir den Wert innerhalb des Intervalls mit folgender Formel:
- Qi = Wert des gesuchten Quartils
- Tb = untere Grenze der Quartilklasse
- n = Gesamtzahl der Werte
- Fkum = kumulierte Häufigkeit vor der i-ten Quartilklasse
- fi = Häufigkeit der Quartilklasse
- p = Klassenbreite
Diese Interpolation setzt voraus, dass die Beobachtungen innerhalb der gewählten Klasse gleichmäßig verteilt sind. Sie liefert eine modellbasierte Schätzung und kann die durch die Gruppierung verborgenen Einzelwerte nicht rekonstruieren.
Berechnen wir Q1 aus der obigen Tabelle.
-
Position von Q1: 7,5.
-
Klasse von Q1: 40-42.
-
Benötigte Größen ablesen:
- Die untere Grenze der Klasse Q1 (Tb) ist 39,5
- Die Gesamtzahl der Werte () ist
-
Werte einsetzen:
Damit ergibt sich für Q1 der Wert 41. Nach dem gruppierten Modell entfallen also etwa 25% der Verkäufe auf Schuhgröße 41 oder kleiner.
Berechne Q3 anhand der Schuhverkaufsdaten aus der Tabelle.
Vergleiche anschließend das Vorgehen mit der Quartilbestimmung für ungruppierte Daten. Warum liefert die gruppierte Tabelle nur einen Schätzwert?
-
Position von Q3: 22,5.
-
Klasse von Q3: 43-45.
-
Benötigte Größen ablesen:
- Tb=42,5 (untere Grenze der Klasse Q3)
- n=30 (Gesamtzahl der Werte)
-
Werte einsetzen:
Damit ergibt sich für Q3 der Wert 45,35. Im gruppierten Modell liegen etwa 75% der Verkäufe bei Schuhgröße 45,35 oder darunter. Die übrigen 25% liegen über 45,35.
Vergleich mit Einzeldaten:
Bei gruppierten Daten kennen wir nur die Intervalle, nicht jeden einzelnen Wert. Deshalb liefert die Interpolation einen geschätzten Quartilwert.
Bei ungruppierten Daten sind die sortierten Einzelwerte bekannt. Die gewählte Quartilkonvention kann deshalb einen Wert auswählen oder direkt zwischen zwei bekannten Werten interpolieren. Die Interpolation gruppierter Daten ist ungenauer, weil die Beobachtungen innerhalb jeder Klasse nicht mehr vorliegen.
| 40-42 | 11 | 13 | 39,5 | 42,5 | 3 |
| 43-45 | 10 | 23 | 42,5 | 45,5 | 3 |
| 46-48 | 5 | 28 | 45,5 | 48,5 | 3 |
| 49-51 | 2 | 30 | 48,5 | 51,5 | 3 |
In der Spalte Fk liegt die Position 15 in der Klasse 43-45: Der vorherige Wert von Fk ist 13, der Wert von Fk in dieser Klasse ist 23.
In der Spalte Fk liegt auch die Position 22,5 in der Klasse 43-45: Der vorherige Wert von Fk ist 13, der Wert von Fk in dieser Klasse ist 23.
Die kumulierte Häufigkeit vor der Klasse Q1 (Fkum) beträgt 2 (siehe Fk für Klasse 37-39) Die Häufigkeit der Klasse Q1 (f1) beträgt 11 Die Klassenbreite (p) beträgt 3 Fkum=13 (siehe Fk für Klasse
40-42) f3=10 (Häufigkeit der Klasse Q3) p=3 (Klassenbreite)