Ein Kreissektor wird von zwei Radien und dem dazwischenliegenden Kreisbogen begrenzt. Die beiden Radien bilden einen Winkel mit Scheitel im Kreismittelpunkt. Diesen Winkel nennen wir Mittelpunktswinkel. Ein geöffnetes Fächerblatt oder ein Tortenstück zeigt dieselbe Form.
Der Mittelpunktswinkel bestimmt, welchen Anteil des Kreises der Sektor einnimmt. Ein größerer Winkel erzeugt bei gleichem Radius einen größeren Sektor, ein kleinerer Winkel einen kleineren. Genau diese Proportionalität verwenden wir bei der Flächenberechnung.
Mittelpunktswinkel eines Sektors
Der Scheitel liegt im Kreismittelpunkt O. Die beiden Winkelschenkel sind Radien.
Im selben Kreis gehören zu gleich großen Mittelpunktswinkeln gleich große Sektorflächen. Die beiden Radien bilden die Winkelschenkel, der Mittelpunkt ist der Scheitel. Teilt man eine volle Umdrehung in acht gleiche Winkel, erhält jeder Sektor ein Achtel der Kreisfläche.
Ein Vollwinkel gehört zur gesamten Kreisfläche. Bei einem Sektor ergibt sich die Fläche aus dem Mittelpunktswinkel, und die Winkeleinheit entscheidet, welche Formel gilt:
Für Winkel in Grad:
A=360∘θ×πr2
Für Winkel im Bogenmaß:
A=21θr2
In beiden Formeln bedeuten die Variablen:
A die Sektorfläche
θ den Mittelpunktswinkel, in der ersten Formel in Grad und in der zweiten im Bogenmaß
r den Kreisradius
Bei festem Radius ist die Sektorfläche proportional zum Winkel. Verdoppelt sich der Winkel, verdoppelt sich die Fläche. Halbiert sich der Winkel, halbiert sich auch die Fläche.
Sektoren in einem Kreis vergleichen
Benachbarte Sektoren mit 45, 90 und 135 Grad haben denselben Radius.
Prüfe zuerst die Lage des Scheitels: Beim Mittelpunktswinkel liegt er im Kreismittelpunkt, beim Umfangswinkel dagegen auf der Kreislinie. Außerdem müssen beide Schenkel des Mittelpunktswinkels Radien sein.
Mögliche Bestimmungen:
Mit dem Winkelmesser: Mittelpunkt auf den Kreismittelpunkt legen, die Grundlinie an einem Radius ausrichten und am zweiten Radius ablesen
Durch Berechnung: Beziehungen zwischen Mittelpunktswinkel, Radius, Bogenlänge und Sektorfläche nutzen
Bei gleicher Kreisteilung: 360∘ durch die Anzahl der Teile dividieren
Ist der Winkel bekannt, lassen sich daraus die zugehörige Sektorfläche und die Bogenlänge berechnen.
Einen Mittelpunktswinkel ablesen
Die beiden Radien begrenzen einen Mittelpunktswinkel von 60∘.
Das Gradmaß eines Bogens entspricht dem Mittelpunktswinkel über diesem Bogen. Es unterscheidet sich von der Bogenlänge: Bei gleichem Winkel erzeugt ein größerer Radius einen längeren Bogen. Im selben Kreis gehören zu gleichen Winkeln kongruente Bögen und Sektoren. Gleiche Sektorflächen bedeuten auch gleiche Winkel.
Bei benachbarten Sektoren ohne Überlappung addieren sich Winkel, Bogenlängen und Flächen. Die Sektoren mit 45 und 90 Grad in der Zeichnung ergeben zusammen beispielsweise einen Sektor mit 135 Grad:
Je nach gegebenen Größen lässt sich der Mittelpunktswinkel auf drei Arten bestimmen:
Aus Sektorfläche und Radius:
α=πr2360∘×A
Aus Bogenlänge und Radius:
α=πr180∘×s
Aus gleicher Kreisteilung:
α=n360∘
Dabei bezeichnet:
α den Mittelpunktswinkel in Grad
A die Sektorfläche
s die Bogenlänge
r den Radius
n die Anzahl gleich großer Teile
Welche Formel passt, entscheidet die Aufgabenangabe: Fläche, Bogenlänge oder Anzahl gleicher Teile.
Größen bei der Winkelberechnung
Gezeigt sind Radius r, Bogenlänge s und Mittelpunktswinkel 72∘.
Nimm in der Zeichnung einen Radius von 4 Einheiten an. Ist die Sektorfläche mit 16π/5 Flächeneinheiten gegeben, stellst du die Flächenformel nach dem Winkel um:
α=πr2360∘×A=π×42360∘×(16π/5)=5360∘=72∘
Derselbe Sektor hat eine Bogenlänge von 8π/5 Einheiten. Aus der Bogenlängenformel folgt derselbe Winkel:
α=πr180∘×s=4π180∘×(8π/5)=72∘
Beispiele für gleich große Kreisteile:
Runde Pizza, radial in 8 gleich große Sektoren geschnitten: α=8360∘=45∘
Benachbarte Stundenmarkierungen eines Zifferblatts mit 12 gleichen Teilungen: α=12360∘=30∘
Runder Kuchen, radial in 6 gleich große Sektoren geschnitten: α=6360∘=60∘
In jedem Beispiel sind die Teile gleich groß. Deshalb sind auch ihre Mittelpunktswinkel gleich.