Der Nullvektor hat den Betrag null und keine definierte Richtung. Sein Anfangs- und Endpunkt fallen zusammen, sodass sein Pfeil in einer geometrischen Zeichnung zu einem einzigen Punkt schrumpft.
Der Nullvektor wird mit 0 bezeichnet, also mit der Zahl und einem Pfeil darüber.
Der Nullvektor besitzt einige besondere Eigenschaften:
Er ist das neutrale Element der Vektoraddition. Ist a ein beliebiger Vektor, dann gilt a+0=a
Sein Betrag ist null: ∣0∣=0
Er kann nicht normiert werden, weil die Division durch seinen Betrag null nicht definiert ist.
Jeder Vektorraum besitzt genau ein additives neutrales Element. Sein Nullvektor ist daher eindeutig.
Für jeden Vektor v gilt 0⋅v=0. Damit erfüllt der Nullvektor die algebraische Skalarproduktbedingung für Orthogonalität. Da er keine Richtung besitzt, sollte man ihm jedoch keine geometrisch parallele Richtung zuschreiben.
Die Multiplikation mit einem beliebigen reellen Skalar ergibt wieder den Nullvektor: k⋅0=0
Eine Person, die an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt, hat insgesamt die Verschiebung null. Ein Beispiel macht den Unterschied zwischen Wegstrecke und Verschiebung deutlich:
Andi geht 100 m nach Osten und anschließend 100 m nach Westen. Seine Wegstrecke beträgt 200 m. Weil Anfangs- und Endposition übereinstimmen, ist seine Verschiebung dennoch null.
Der Nullvektor tritt in mehreren wichtigen Zusammenhängen auf:
In einem homogenen linearen Gleichungssystem ist der Nullvektor stets die triviale Lösung.
In der Physik bedeutet eine resultierende Kraft von null bei einem Körper mit einer Masse ungleich null, dass die Beschleunigung null ist. In einem Inertialsystem bleibt der Körper deshalb in Ruhe oder bewegt sich nach dem ersten Newtonschen Gesetz mit konstanter Geschwindigkeit weiter.
In der Computergrafik steht der Nullvektor für keine Verschiebung. Als Translationsvektor lässt er eine Position daher unverändert.