Mit der grafischen Methode lässt sich die Richtung der Resultierenden gut erkennen. Wie genau das Ergebnis ist, hängt jedoch von der Zeichnung ab. Die analytische Methode liefert ein präziseres Ergebnis, weil sie mit den Vektorkomponenten rechnet.
Dazu wird jeder Vektor in seine Komponenten entlang der x- und y-Achse zerlegt. Anschließend werden die Komponenten achsenweise addiert und wieder zur Resultierenden zusammengesetzt.
Rx=∑Fx
Ry=∑Fy
Bei der analytischen Methode werden Vektoren achsenweise addiert, nicht unmittelbar über die Längen ihrer Pfeile.
Eine Person legt einen Weg in zwei Etappen zurück. Die erste Etappe entspricht 80 m nach Osten und 60 m nach Norden. Die zweite Etappe entspricht 120 m nach Osten und 90 m nach Norden.
Verschiebungsvektor
x-Komponente
y-Komponente
s1
80 m
60 m
s2
120 m
R
200 m
150 m
Die Komponenten der Resultierenden sind:
Rx=80+120=200 m
Ry=60+90=150 m
Der Betrag der gesamten Verschiebung ist:
R=2002+1502=40000+22500=250 m
Für ihre Richtung gilt:
tanθ=200150=0,75
Damit liegt die Richtung bei θ≈36,9∘ nördlich von Osten. Die gesamte Verschiebung beträgt also 250 m unter einem Winkel von 36,9∘ nördlich der Ostrichtung.
Die Vektorsubtraktion erfolgt ebenfalls Komponente für Komponente. Wenn C=A−B, dann:
Cx=Ax−Bx
Cy=Ay−By
Betrachten wir zum Beispiel A=7i^+4j^ und B=2i^+6j^.
C=(7−2)i^+(4−6)j^=5i^−2j^
Das negative Vorzeichen in −2j^ bedeutet, dass die resultierende y-Komponente nach unten zeigt.
Für die Subtraktion ist also keine neue Regel nötig. Die Achsen bleiben gleich, gleichartige Komponenten werden voneinander abgezogen, und die Vorzeichen zeigen anschließend die Richtung der resultierenden Komponenten an.