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Die Normalgleichung überführt die Optimalitätsbedingung erster Ordnung eines linearen Ausgleichsproblems in ein lineares Gleichungssystem.
Wenn wir minimieren wollen
Es stellt sich heraus, dass die Lösung durch Lösen des folgenden Gleichungssystems gefunden werden kann
Diese Gleichung heißt Normalgleichung, weil das Residuum am Minimum normal, also senkrecht, zum Spaltenraum von steht.
Es besteht eine sehr interessante Beziehung zwischen dem Minimierungsproblem und diesem normalen Gleichungssystem. Der Vektor ist genau dann eine Lösung für das Problem der kleinsten Quadrate, wenn dieser Vektor das Normalengleichungssystem erfüllt.
Mit anderen Worten: Das Finden von , das minimal macht, ist genau dasselbe wie das Finden von , das erfüllt.
Um zu verstehen, warum diese Beziehung gilt, müssen wir sie aus einer geometrischen Perspektive betrachten.
Wenn den Minimalwert für angibt, muss der Fehlervektor orthogonal zu allen Vektoren im Spaltenraum der Matrix sein.
Dieser Spaltenraum besteht aus allen Vektoren, die als für geschrieben werden können. Die Orthogonalitätsbedingung bedeutet
für jeden Vektor . Mithilfe der Eigenschaften des inneren Produkts können wir schreiben
Da diese Beziehung also für alle Vektoren gelten muss
Dies ist es, was uns das normale Gleichungssystem liefert.
Wir können dieses Ergebnis auch auf andere Weise überprüfen. Sei die Lösung des Normalengleichungssystems und ein beliebiger Vektor in .
Mit dem Satz des Pythagoras können wir schreiben
Da das Normalgleichungssystem erfüllt, sind und die quadrierte Norm immer nicht negativ. Deshalb
Diese Ungleichung beweist, dass tatsächlich den Minimalwert ergibt.
Die Normalgleichung ist für jede Matrix und jeden Vektor lösbar, weil in endlichdimensionalen Räumen stets ein Ausgleichsvektor existiert. Der Minimierer ist genau dann eindeutig, wenn vollen Spaltenrang besitzt:
In diesem Fall ist invertierbar und
Ist rangdefizient, besitzt die Normalgleichung weiterhin Lösungen, diese sind jedoch nicht eindeutig. Für eine beliebige partikuläre Lösung lautet die vollständige Lösungsmenge
Alle diese Parametervektoren erzeugen denselben angepassten Vektor .
Für jedes gilt
Somit ist stets symmetrisch positiv semidefinit. Außerdem gilt
Daher ist
und ist genau dann positiv definit, wenn vollen Spaltenrang hat.
Positive Definitheit liefert Eindeutigkeit und erlaubt ein Cholesky-Verfahren, garantiert aber keine gute Kondition. Für eine Matrix mit vollem Spaltenrang gilt
Das explizite Bilden von kann daher Empfindlichkeit und Rundungseffekte verstärken. Die Inversenformel ist eine algebraische Identität und keine Anweisung, in Software eine Inverse zu bilden. Für ein gut bestimmtes Ausgleichsproblem mit vollem Rang verwendet man QR, bei Rangmangel oder starker Fehlkonditionierung eine SVD.