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Ein Vektorraum beschreibt Addition und Skalarmultiplikation. Ein Skalarprodukt fügt Geometrie hinzu: Damit lassen sich Länge, Winkel und Orthogonalität messen. Diese Lesson verwendet die Konvention, dass ein komplexes Skalarprodukt im ersten Argument konjugiert linear und im zweiten Argument linear ist.
Für und erfüllt ein Skalarprodukt
Die konjugierte Symmetrie stellt sicher, dass reell ist. Über verschwindet die komplexe Konjugation, sodass das Skalarprodukt symmetrisch und bilinear ist.
Für reelle Vektoren definiert die Formel
genau dann ein Skalarprodukt, wenn symmetrisch positiv definit ist. Die Symmetrie von liefert die Symmetrie der Paarung, und für jedes ungleich null liefert die strikte Positivität.
Für komplexe Vektoren lautet die entsprechende Formel
wobei hermitesch positiv definit sein muss. Nur zu sagen, dass positive Einträge oder positive Diagonaleinträge besitzt, genügt nicht.
Mit erhält man die euklidischen Standardskalarprodukte:
Jedes Skalarprodukt induziert die Norm
Die Cauchy-Schwarz-Ungleichung
stellt sicher, dass der Winkel für reelle Vektoren ungleich null durch
wohldefiniert ist. Vektoren sind -orthogonal, wenn gilt. Eine Änderung von ändert die Geometrie. Daher müssen euklidisch senkrechte Vektoren in einer gewichteten Metrik nicht senkrecht sein.
Sei
Die positiven Eigenwerte bestätigen, dass symmetrisch positiv definit ist. Obwohl gilt, ergibt die gewichtete Geometrie
Dieselben Koordinatenvektoren stehen somit in der euklidischen Geometrie senkrecht, bilden in der -Geometrie aber einen Winkel von .
Für das Standardskalarprodukt sei
Dann gilt
Die Konjugation in ist wesentlich. Mit erhielte man nicht das komplexe Standardskalarprodukt, denn muss keine nichtnegative reelle Zahl sein.
Die Projektion von auf den von ungleich null aufgespannten eindimensionalen Unterraum lautet
Das Residuum ist -orthogonal zu :
Dasselbe geometrische Prinzip liegt der gewichteten Methode der kleinsten Quadrate zugrunde: Das angepasste Residuum steht bezüglich des gewählten Skalarprodukts senkrecht auf dem Modellraum.
In der Standardbasis besitzt jedes endlichdimensionale Skalarprodukt genau eine Darstellungsmatrix mit den Einträgen
Diese Matrix ist über den reellen Zahlen symmetrisch positiv definit und über den komplexen Zahlen hermitesch positiv definit.
Für Vektoren ist ihre Gram-Matrix durch
gegeben. Sie ist hermitesch positiv semidefinit und genau dann positiv definit, wenn die Vektoren linear unabhängig sind. Gram-Matrizen verwandeln geometrische Fragen nach Winkeln und Unabhängigkeit in Matrixfragen.