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Im Material Riemann-Summen haben wir die Fläche unter einer nichtnegativen Kurve durch Rechtecke angenähert. Wird die Zerlegung immer feiner, nähern sich die Riemann-Summen bei einer integrierbaren Funktion demselben Wert.
Nun lassen wir die Rechteckbreite Δx gegen null gehen, während die Anzahl n der Rechtecke unbegrenzt wächst. Entscheidend ist, dass die Maschenweite gegen null geht. Der Grenzwert der Riemann-Summen ersetzt die Näherung durch einen exakten Wert. Genau daraus entsteht das bestimmte Integral.
Das bestimmte Integral beschreibt diese Akkumulation im Grenzwert. Es ist als Grenzwert von Riemann-Summen definiert, sofern dieser Grenzwert existiert.
Jeder Teil der Notation hat eine klare Bedeutung:
- ∫ab: Das Integralsymbol trägt die untere Grenze a und die obere Grenze b. Beide Werte legen das betrachtete Intervall fest.
- f(x): Der Integrand liefert die Funktionswerte für die vorzeichenbehaftete Akkumulation.
- dx: Wie beim unbestimmten Integral zeigt diese Schreibweise an, dass bezüglich der Variablen x integriert wird.
Im Gegensatz zum unbestimmten Integral, das eine Funktionenfamilie (F(x)+C) beschreibt, ist ein bestimmtes Integral eine einzelne Zahl. Es misst die vorzeichenbehaftete Akkumulation von x=a bis x=b und entspricht nur bei einem nichtnegativen Integranden dem geometrischen Flächeninhalt.
Wir berechnen nun ein bestimmtes Integral direkt aus seiner Grenzwertdefinition.
Aufgabe: Berechne den Wert von ∫07xdx.
Dazu schreiben wir das Integral wieder als Grenzwert einer Riemann-Summe.
Schritt 1: Bestandteile der Riemann-Summe bestimmen
Aus dem Problem ∫07xdx wissen wir:
- Funktion: f(x)=x
- Intervall: [a,b]=[0,7]
Somit beträgt die Breite jedes Teilintervalls:
Als Stützstelle jedes Teilintervalls verwenden wir den rechten Endpunkt xi:
Schritt 2: Riemann-Summe aufstellen
Die Höhe jedes Rechtecks beträgt f(xi), also:
Nun setzen wir diesen Ausdruck in die Riemann-Summe ein:
Schritt 3: Vereinfachen und die Summenformel anwenden
n ist für die Summe von i=1 bis n konstant. Deshalb kann der Faktor vor das Summenzeichen gezogen werden.
Als Nächstes ersetzen wir ∑i=1ni durch die Summenformel 2n(n+1) und vereinfachen den Ausdruck, bevor wir den Grenzwert bilden.
Zuerst kürzen wir n in Zähler und Nenner. Anschließend zerlegen wir den verbleibenden Bruch so, dass der Grenzwert direkt ablesbar wird.
Für Grenzwerte von Riemann-Summen sind diese Summenformeln besonders nützlich:
-
∑i=1ni=2n(n+1)
-
∑i=1ni2=6n(n+1)(2n+1)
-
∑i=1ni3=(2n(n+1))2
Schritt 4: Grenzwert bilden
Nun lassen wir n→∞ gehen. Dabei nähert sich n1 dem Wert null.
Da f(x)=x zwischen x=0 und x=7 nichtnegativ ist, entspricht das Integral zugleich dem geometrischen Flächeninhalt: 249 beziehungsweise 24,5 Quadrateinheiten. Der Grenzwert hat die Rechtecknäherungen in einen exakten Wert überführt.